Donnerstag, 23. April 2009

Oracle kauft Sun: Was passiert mit Glassfish/Open ESB?

Oracle hat mit Sun nicht nur Java sondern auch den Glassfish Application Server, den Metro Stack und den Open ESB gekauft. Mit diesen Werkzeugen habe ich die letzten Monate verstärkt mit Begeisterung gearbeitet. Jetzt frage ich mich: Wie sieht die Zukunft dieser Tools aus? Oracle hat bereits mit dem Kauf von BEA im letzten Jahr eine leistungsfähige Plattform für Enterprise Applikationen eingekauft. Oracle hat seinen in die Jahre gekommenen OC4J Server durch BEA´s WebLogic ersetzt.
BEA´s AquaLogic Enterprise Service Bus wurde in Oracle Service Bus umetikettiert. Damals haben sich die technisch besseren Produkte durchgesetzt. Wie Oracle den Services Stack von Sun integriert ist noch vollkommen unklar. Ich denke, dass Oracle langfristig nicht WebLogic und Glassfish weiterentwickeln wird. Die Frage ist auch, ob die Open Source Community, die sich an den Sun Produkten beteiligen konnte dies auch bei den Oracle Produkten tun kann oder möchte.
Fraglich ist auch die Zukunft der Java Business Integration Spezifikation. Der JBI Standard sollte den Anwendern Unabhängigkeit von den Middleware Herstellern bringen und einen Markt von austauschbaren Backend Adaptoren sowie Service Engines schaffen. Oracle favorisiert dagegen die Service Component Architecture kurz SCA.
Wie es weitergeht weiß keiner. Die nächsten Monate werden es zeigen. Ich vermute, dass der Glassfish Application Server, Open SSO, Open Message Queue und Open ESB auslaufen werden. Der Web Services Stack Metro wird ausgeschlachtet und einige Teile davon werden in die Oracle SOA Suite integriert werden. Aber das sind nur meine Vermutungen. Einige Anwender könnten sich auch nach Alternativen umschauen, da eine IT mit Hardware, Betriebssystem, Datenbank und Anwendungsserver vom selben Hersteller nicht jedermanns Sache ist.
Glassfish ESB Anwender könnten zu Apache ServiceMix wechseln, der wie Glassfish ESB die JBI Spezifikation unterstützt. Bestehende Komponenten und Integrationsanwendungen können mit etwas Aufwand migriert werden. Mit CXF bietet Apache auch eine JAX-WS Implementierung mit der einige der WS-* Spezifikationen wie WS-Adressing und WS-Security unterstützt. Bleibt nur noch die Java Plattform, die zukünftig von Oracle kommt. Aber Java steht zum Glück ja unter der GPL Lizenz, sodass es vielleicht bald schon ein Open Source SDK geben könnte, das von einer unabhängigen Community entwickelt wird.
Was werden wohl die Mitarbeiter bei Sun machen, deren Projekte aufgegeben werden, obwohl sie technisch ausgezeichnet sind? Ich hoffe, dass viele von Ihnen neue innovative StartUps gründen werden oder dass Sie sich bei Open Source Projekten einbringen werden. Ich bin mal gespannt, was wir in nächster Zeit von ehemaligen Sun Mitarbeitern an Projekten sehen werden.